THEATER KNUTH Kilgers nutzloses unsinniges Theater

Daniil Charms (1905-1942)

Das Werk des russischen Schriftstellers – Erzählungen, Gedichte, Theaterstücke und Kindergeschichten – gehört zu den großartigen Schöpfungen der Weltliteratur.

 

 Er spielt in seinen Geschichten Nonsensliteratur und Avantgarde, Volkserzählungen und Abzählreim gegeneinander aus und bringt die Skurrilität des Banalen an den Tag.

Foto: Markus Stadler

Erst lange nach seinem Tod wurde er zu einer Berühmtheit. Nur ein Bruchteil seines Schaffens durfte zu seinen Lebzeiten erscheinen. Die absurden, nachfuturistischen Werke wurden unterdrückt. Der Autor wurde schikaniert, weil er anders leben wollte, als das in der Sowjetunion unter Stalin möglich war. Doch Daniil Charms blieb sich selbst und seiner Kunst trotz allen widrigen Lebensumständen treu. 1942 starb er, für verrückt erklärt, im Gefängnis.

Zirkus Schardam

1935 war in St. Petersburg unter der Leitung von Ljubov` Schaporina-Jakovleva (1879 – 1967) ein Marionettentheater gegründet worden. Für diese Bühne verfasste Charms sein Zirkusstück. Unter der kinderkompatiblen Oberfläche von „Zirkus Schardam“ brachte der Dichter jedoch den ein oder anderen Sprengsatz an – die Genossen merkten es und der Zirkus überlebte lediglich die Premiere und wurde anschließend verboten. Das Theaterstück geriet in völlige Vergessenheit. Erst 1992 gab es der Literaturwissenschaftler A. Aleksandrov heraus.

 

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